Simulation eines dreiphasigen Rentenmodells zur transparenten Analyse von Wirkungen.
Dieser Rechner dient der transparenten Analyse eines Renten-Staffelmodells als Alternative zur pauschalen Erhöhung des Renteneintrittsalters. Er ist kein Prognoseinstrument und kein individueller Rentenbescheid, sondern ein Modellrechner zur Darstellung von Größenordnungen, Wirkungsrichtungen und Zusammenhängen.
Im Mittelpunkt stehen drei Fragen:
Der Ruhestand wird in drei feste Altersphasen unterteilt:
Die Rentenhöhe steigt damit im Zeitverlauf an. Lasten werden zeitlich verschoben, nicht pauschal gekürzt.
a) Lebenszeitliche Gesamtauszahlung (Euro)
Verglichen werden ein Referenzmodell mit durchgehend 100 % Rente und das Staffelmodell mit variabler Rentenhöhe je Phase. Die Differenz zeigt, ob das Staffelmodell über den gesamten Ruhestand weniger, gleich viel oder mehr auszahlt.
b) Auszahlungsquote (%)
Die gewichtete Auszahlungsquote beschreibt die durchschnittliche Rentenhöhe des Staffelmodells im Verhältnis zur Referenz. Beispiele: 94 % bedeutet durchschnittlich 6 % weniger, 101 % bedeutet durchschnittlich 1 % mehr.
c) Jährliche Wirkung bei Voll-Durchdringung
Dieser Wert überträgt die Auszahlungsquote auf die heutigen Gesamtausgaben der Altersrenten. Er zeigt die maximale systemische Entlastung oder Mehrbelastung, wenn alle Rentenfälle vollständig nach dem Staffelmodell laufen.
d) Mittlere Übergangswirkung
Da Reformen schrittweise eingeführt werden, beschreibt die mittlere Übergangswirkung den Durchschnitt über die Einführungsphase und keinen dauerhaften Endzustand.
e) Kohorteneffekt (Mrd. €)
Der Kohorteneffekt zeigt die Gesamtwirkung für eine beispielhafte Rentnerkohorte über deren gesamten Ruhestand und dient der langfristigen Einordnung von Größenordnungen.
Im Vergleichsbereich können mehrere zuvor berechnete Szenarien nebeneinander dargestellt werden. So wird sichtbar, welche Parametrisierungen entlasten, neutral wirken oder zu Mehrbelastungen führen.
Ziel ist Transparenz über Zusammenhänge, nicht die Vorhersage exakter Zukunftswerte.
Der Rechner liefert keine Empfehlung, sondern eine Entscheidungsgrundlage. Für die politische Bewertung eines Szenarios sind insbesondere folgende Fragen relevant:
Ein Szenario ist umso ausgewogener, je besser soziale Absicherung, finanzielle Tragfähigkeit und politische Umsetzbarkeit miteinander vereinbar sind.
Das Renten-Staffelmodell ist ein alternatives Ordnungsmodell zur pauschalen Erhöhung des gesetzlichen Renteneintrittsalters. Ziel ist es, den Ruhestand zeitlich zu staffeln und die Rentenhöhe über den Lebensverlauf anzupassen, statt einen festen Stichtag mit einer starren Vollrente festzuschreiben.
Der Ansatz berücksichtigt, dass Erwerbsfähigkeit, Zuverdienstmöglichkeiten und Unterstützungsbedarf im Alter nicht konstant sind, sondern sich systematisch verändern.
Der Ruhestand wird in drei fest definierte Altersphasen unterteilt:
Für jede Phase wird ein Rentenprozentsatz relativ zur heutigen Regelrente (100 %) festgelegt. Diese Prozentsätze sind die zentralen Steuerungsparameter des Modells.
Entscheidend ist nicht ein einzelner Wert, sondern die lebenszeitliche Durchschnittsquote, also wie hoch die gesamte Rentenleistung über alle Phasen im Vergleich zum heutigen System ausfällt.
Als Referenz dient ein vereinfachtes Modell, in dem die Rente in allen Jahren 100 % der Regelrente beträgt. Dieses Referenzmodell ermöglicht eine klare Einordnung:
Um unrealistische Annahmen zu vermeiden, werden spätere Lebensjahre mit vereinfachten Überlebensgewichten berücksichtigt:
Diese Gewichtung ersetzt keine amtlichen Sterbetafeln, sorgt aber dafür, dass Zuschläge im hohen Alter nicht rechnerisch so wirken, als würden alle Personen das 85. Lebensjahr vollständig erreichen.
Aus der individuellen Auszahlungsquote wird eine systemische Wirkung abgeleitet. Dazu werden die heutigen Ausgaben für Altersrenten (Milliarden € pro Jahr) herangezogen.
Der Rechner unterscheidet:
Die Übergangszeit beschreibt nicht die Dauer des Ruhestands, sondern den Zeitraum, über den das neue Modell politisch eingeführt wird.
Kurze Übergangszeiten führen zu höheren kurzfristigen Effekten, lange Übergangszeiten glätten die jährlichen Wirkungen, ohne die langfristige Vollwirkung zu verändern.
Der Rechner zeigt optional einen Hinzuverdienst in Phase 1 an. Dieser fließt nicht in die Renten- oder Systemberechnung ein.
Er dient ausschließlich der Einordnung und verdeutlicht, dass eine niedrigere Frühphasenrente nicht automatisch eine entsprechende Einkommenslücke bedeutet, da Zuverdienst – teilweise steuerlich begünstigt – möglich sein kann.
Das Renten-Staffelmodell ist ein analytisches Modellinstrument. Es ersetzt keine individuelle Rentenberechnung und keine versicherungsmathematische Vollsimulation.
Nicht berücksichtigt werden u. a.:
Ziel ist Transparenz, Vergleichbarkeit und eine sachliche Grundlage für politische und gesellschaftliche Diskussionen.
Das deutsche Rentensystem steht unter strukturellem Druck. Ursachen sind eine steigende Lebenserwartung, eine sinkende Zahl von Beitragszahlern und ein wachsender Anteil älterer Menschen an der Gesamtbevölkerung.
Die bisher dominierende politische Reaktion besteht darin, das Rentenniveau zu stabilisieren oder das Renteneintrittsalter anzuheben. Beide Maßnahmen verschieben Lasten, lösen jedoch das Grundproblem nicht: Die Rentenphase wird länger, während die Finanzierungsbasis relativ schrumpft.
Das heutige System kennt im Kern nur einen Zustand: die volle Rente ab einem festen Alter. Diese Logik ignoriert, dass der Bedarf im Ruhestand nicht konstant ist.
Eine gleich hohe Rentenleistung über alle Jahre führt daher zu Fehlsteuerungen: frühe Überversorgung und späte Unterabsicherung.
Das Renten-Staffelmodell ersetzt die starre Vollrente durch einen gestuften Rentenverlauf. Nicht das Rentenalter steht im Mittelpunkt, sondern der zeitliche Verlauf der Rentenhöhe.
Der Ruhestand wird in drei feste Altersphasen gegliedert, die jeweils unterschiedlich bewertet werden:
Sozialpolitisch ermöglicht das Modell:
Systemisch wirkt das Modell stabilisierend, da geringere Leistungen in der Frühphase auf eine größere Personenzahl treffen, während höhere Leistungen in der Spätphase nur eine kleinere Gruppe betreffen.
Entscheidend ist die lebenszeitliche Betrachtung. Das Staffelmodell kann so parametriert werden, dass die durchschnittliche Auszahlungsquote nahe 100 % liegt.
In diesem Fall handelt es sich nicht um eine Kürzung, sondern um eine zeitliche Umverteilung der Rentenleistung: früher weniger, später mehr.
Abweichungen nach unten oder oben sind politische Gestaltungsentscheidungen und werden im Rechner transparent ausgewiesen.
Das Renten-Staffelmodell vermeidet die politisch hoch umstrittene Erhöhung des Renteneintrittsalters. Stattdessen verschiebt es den Fokus:
Damit wird eine sachlichere Debatte ermöglicht, bei der unterschiedliche Ziele – soziale Absicherung, Arbeitsanreize, Haushaltsstabilität – offen gegeneinander abgewogen werden können.
Der Rechner dient nicht der Festlegung einer „richtigen“ Lösung, sondern der Transparenz. Er erlaubt es Nutzern und Entscheidungsträgern,
Damit schafft er eine nachvollziehbare Grundlage für politische Diskussionen, Gremienarbeit und öffentliche Debatten.
Das Renten-Staffelmodell ist kein Allheilmittel. Es ist jedoch ein konsistenter Ordnungsansatz, der demografische Realität, soziale Bedürfnisse und finanzielle Tragfähigkeit miteinander verbindet.
Sein zentraler Vorteil liegt nicht in einer einzelnen Zahl, sondern in der strukturellen Logik: Rente als Verlauf – nicht als Zustand.
Der Vergleich stellt mehrere zuvor berechnete Szenarien nebeneinander. Alle Werte stammen aus jeweils abgeschlossenen Einzelberechnungen.